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Gewässertyp des Jahres 2026: Kleingewässer

Am Weltwassertag, dem 22. März 2026, stellt das Umweltbundesamt (UBA) die Kleingewässer als „Gewässertyp des Jahres“ in den Fokus. Damit rücken Lebensräume in den Blick, die oft übersehen werden, aber eine große ökologische Bedeutung haben.

Was sind Kleingewässer?

Kleingewässer sind kleine, meist stehende Gewässer mit geringer Tiefe. Dazu zählen unter anderem Tümpel, Weiher, Fisch- oder Löschteiche sowie kleine Seen. Einige führen dauerhaft Wasser, andere fallen zeitweise trocken.

Durch ihre große Uferlinie und ihre vielfältigen Strukturen bieten sie Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Besonders Amphibien sind auf diese Gewässer angewiesen. Auch seltene Pflanzen und spezialisierte Mikroorganismen finden hier geeignete Bedingungen.

Bedeutung für Biodiversität und Wasserhaushalt

Trotz ihrer geringen Größe haben Kleingewässer eine überproportional große Bedeutung. Sie sind Hotspots der Biodiversität und wichtige Trittsteine im Biotopverbund. Gleichzeitig übernehmen sie Funktionen im Landschaftswasserhaushalt, etwa als Speicher für Wasser und Nährstoffe.

In Deutschland gibt es mehr als 300.000 stehende Gewässer unterhalb der Größenklasse von 50 Hektar. Sie machen etwa die Hälfte der gesamten Wasserfläche stehender Gewässer aus. Besonders auffällig ist ihre Bedeutung für die Uferbereiche: Ein Großteil der gesamten Uferlinie entfällt auf diese kleinen Gewässer.

Situation in Hessen

In Hessen sind Kleingewässer weniger zahlreich als in anderen Regionen Deutschlands. Dennoch sind sie für die Biodiversität und den regionalen Wasserhaushalt von großer Bedeutung. Gerade in intensiv genutzten Landschaften übernehmen sie wichtige Funktionen als Rückzugsräume und Vernetzungselemente. Ihr Erhalt ist daher auch hier von zentraler Bedeutung.

Belastungen und Herausforderungen

Kleingewässer sind vielfältigen Belastungen ausgesetzt. Dazu zählen Einträge von Nährstoffen und Pflanzenschutzmitteln, Eingriffe wie Verfüllung oder Drainage sowie intensiver Fischbesatz.

Auch der Klimawandel wirkt sich zunehmend aus. Längere Trockenphasen können dazu führen, dass Gewässer austrocknen oder schneller verlanden. Dies hat direkte Auswirkungen auf die dort lebenden Arten.

Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass viele Kleingewässer nicht regelmäßig überwacht werden. Sie liegen häufig unterhalb der Schwellenwerte der EU-Wasserrahmenrichtlinie für eine systematische Bewertung.

Schutz und Maßnahmen

Der Schutz von Kleingewässern erfordert einen vorsorgenden Ansatz. Ziel ist es, Belastungen frühzeitig zu vermeiden und bestehende Lebensräume zu erhalten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich gerade die Kleingewässer sowohl in ihrer Nutzung als auch in ihren ökologischen Anforderungen unterscheiden und daher differenzierte Pflege- und Schutzmaßnahmen erfordern.

Wichtige Maßnahmen sind:

  • Reduzierung von Nährstoff- und Schadstoffeinträgen
  • Anlage von Pufferstreifen in der Landwirtschaft
  • Renaturierung und naturnahe Gestaltung
  • Erhalt eines vielfältigen Mosaiks unterschiedlicher Gewässertypen

Kleingewässer sind rechtlich geschützt, unter anderem als Biotope nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Dennoch besteht weiterhin Handlungsbedarf, um ihren Zustand langfristig zu sichern.

Weitere Informationen

Plakat und Faltblatt sowie weitere Informationen stehen auf der Webseite des UBA zum Download zur Verfügung: https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/gewaessertyp-des-jahres/gewaessertyp-des-jahres-2026-kleingewaesser