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EffektMon: Nutzung von Effektbasierten Monitoringmethoden zur besseren Bewertung der Wirkung von Schadstoffen auf die Gewässerökologie

| Laufzeit: August 2021 – Februar 2025 |

Förderung:
Umweltbundesamt (UBA)

Kurzbeschreibung

Pestizide, Arzneimittelrückstände und weitere Schadstoffe belasten Flüsse und Bäche vielerorts stärker als bislang sichtbar ist. Denn zahlreiche Stoffe und Stoffgemische lassen sich mit klassischen chemischen Monitoringverfahren nur eingeschränkt erfassen. Genau hier setzt das Forschungsprojekt „EffektMon“ an: Mit effektbasierten Monitoringmethoden sollen Schadstoffwirkungen in Fließgewässern künftig besser erkannt und bewertet werden.

Wenn chemische Analysen an Grenzen stoßen

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) fordert, dass Oberflächengewässer bis 2027 mindestens einen „guten“ ökologischen Zustand erreichen. Aktuelle Bewertungen zeigen jedoch, dass dieses Ziel in Deutschland bislang nur selten erreicht wird. Neben hydromorphologischen Veränderungen zählen insbesondere Schadstoffeinträge zu den zentralen Belastungen für aquatische Ökosysteme.

Die Herausforderung: Viele Stoffe treten nicht einzeln auf, sondern als komplexe Gemische. Deren Wirkung auf Gewässerorganismen lässt sich allein über chemische Messungen oft nicht zuverlässig abschätzen. Zudem bleiben zahlreiche Substanzen im klassischen Monitoring unerfasst. EffektMon verfolgt deshalb einen anderen Ansatz. Statt ausschließlich einzelne Stoffe zu messen, untersucht das Projekt direkt die biologischen Wirkungen der Belastungen auf aquatische Organismen.

Schadstoffwirkungen sichtbar machen

Zum Einsatz kommen sogenannte effektbasierte Methoden (EBM). Damit lassen sich biologische Reaktionen auf Schadstoffe erfassen. Untersucht werden unter anderem genotoxische, zytotoxische, dioxinähnliche oder hormonelle Effekte.

Ziel ist es herauszufinden, welche Verfahren sich besonders für die wasserwirtschaftliche Praxis eignen und wie sich unterschiedliche Untersuchungsergebnisse zu einer ökotoxikologischen Gesamtbewertung zusammenführen lassen. Langfristig soll daraus ein indexbasierter Bewertungsansatz entstehen, der chemische Analysen sinnvoll ergänzt und die Bewertung von Fließgewässern verbessert.

Untersuchungen in mehreren Bundesländern

Die Untersuchungen finden in Fließgewässern in Hessen und angrenzenden Bundesländern statt. Für die Alb in Baden-Württemberg beispielsweise können die biologischen Effekte direkt mit umfangreichen chemischen Analysedaten verglichen werden.

Darüber hinaus untersucht das Projekt renaturierte und nicht-renaturierte Gewässerabschnitte. Dabei geht es um die Frage, ob stoffliche Belastungen die ökologische Erholung in renaturierten Gewässerabschnitten beeinträchtigen können.

Neben den Schadstoffwirkungen werden auch weitere Belastungsfaktoren wie Landnutzung oder hydromorphologische Veränderungen berücksichtigt. Zusätzlich wird der ökologische Zustand der Gewässer anhand benthischer Wirbelloser nach den Vorgaben der WRRL bewertet.

Hessische Partner bringen Expertise ein

An dem Projekt sind mehrere Forschungseinrichtungen beteiligt, darunter zwei Partner des Kompetenzzentrum Wasser Hessen. Das Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt und die Goethe-Universität Frankfurt bringen ihre Expertise in aquatischer Ökotoxikologie und Gewässerökologie ein.

Bedeutung für Gewässerschutz und Wasserwirtschaft

EffektMon zeigt, wie biologische Wirkungen von Schadstoffen künftig stärker in die Bewertung von Gewässern einbezogen werden könnten. Der integrative Ansatz verbindet chemische Analysen, ökologische Bewertungen und ökotoxikologische Untersuchungen miteinander.

Damit liefert das Projekt wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Gewässermonitorings und für einen vorsorgenden Gewässerschutz. Gleichzeitig können die Ergebnisse dazu beitragen, Belastungsquellen künftig gezielter zu identifizieren und wasserwirtschaftliche Maßnahmen besser auszurichten.

Projektpartner

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