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Projekt ADAPT

Anpassung an Dürre und Extreme: Der Oberflächen-Boden-Grundwasser-Puffer unter Klimastress

| Laufzeit: Januar 2026 – Dezember 2029 |

Förderung:

Forschungsförderprogramm LOEWE – Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz

Förderinstitution:
Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat

Kurzbeschreibung:

ADAPT untersucht, wie sich Wasserressourcen unter den Bedingungen des Klimawandels nachhaltiger bewirtschaften lassen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob gereinigtes Abwasser in Dürreperioden sicher zur landwirtschaftlichen Bewässerung genutzt werden kann. Das Projekt betrachtet dabei sowohl die Potenziale zur Stabilisierung der Wasserverfügbarkeit als auch mögliche Risiken durch eine möglicherweise erhöhte Spurenstoffbelastung im Boden-Grundwasser-System. Infiltrationsexperimente, die mit chemischer Analytik und Molekularbiologie gekoppelt sind, sowie ein starker Fokus auf Modellierungen liefern die Grundlage für Strategien, die den Wasserrückhalt, die Grundwasserneubildung sowie den Schutz von Böden und Grundwasser verbessern.

ADAPT: Wasserressourcen unter Klimastress nachhaltig sichern

Längere Trockenperioden, häufigere Hitzesommer und intensivere Starkregenereignisse verändern den Wasserhaushalt in Deutschland spürbar. Besonders in der Landwirtschaft wächst der Druck, denn Wasser wird vor allem dann gebraucht, wenn es in den Sommermonaten knapp ist. Genau hier setzt das Forschungsprojekt ADAPT an. Es untersucht, wie sich Wasser unter veränderten klimatischen Bedingungen besser im System halten und gezielter nutzen lässt.

Im Zentrum steht die Frage, ob gereinigtes Abwasser einen Beitrag zur Bewässerung in Dürreperioden leisten kann. Damit greift ADAPT ein Thema auf, das für Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Umweltpolitik gleichermaßen an Bedeutung gewinnt.

Wenn Regen nicht im Boden ankommt

Die jährliche Niederschlagsmenge bleibt weitgehend konstant. Gleichzeitig verändert sich ihre Verteilung: Regen fällt häufiger als Starkregen und versickert kaum im Boden. Das Wasser fehlt dadurch für die Grundwasserneubildung. Zugleich nehmen Trockenperioden zu – Wasser wird genau dann knapp, wenn es gebraucht wird, insbesondere in der Landwirtschaft.

Gereinigtes Abwasser als mögliche Ressource

ADAPT untersucht, ob gereinigtes Abwasser sicher als Bewässerungswasser genutzt werden kann. Der Ansatz ist naheliegend: Wasser, das bereits verwendet und anschließend gereinigt wurde, gezielt in den Kreislauf zurückzuführen.  

Die Nutzung ist jedoch mit Herausforderungen verbunden: Auch behandeltes Abwasser kann Spurenstoffe (engl. micropollutants) enthalten, die die natürlichen Filter- und Abbauprozesse in Boden und Grundwasser beeinträchtigen können. Zwar tragen Böden und Sedimente zur Reinigung bei, doch ihre Belastbarkeit unter Klimastress muss genauer untersucht werden.

Interdisziplinäre Forschung entlang des Wasserpfads

ADAPT verbindet geowissenschaftliche und umwelttechnische Expertise. Das Projekt kombiniert experimentelle Arbeiten mit Modellierungen, um den Weg des Wassers vom Oberflächenbereich über den Boden bis ins Grundwasser besser zu verstehen.

Die Forschung gliedert sich in drei thematische Bereiche (Cluster):

  • Maßnahmen für eine an den Klimawandel angepasste Wasserbereitstellung
  • Dynamik von Nähr- und Schadstoffen im Infiltrationskontinuum
  • Auswirkungen der Klimaänderung auf Oberflächen-, Boden- und Grundwasser

So entsteht ein integriertes Bild davon, wie Wasserretention, Grundwasserneubildung und Wasserqualität unter veränderten Klimabedingungen zusammenwirken.

Relevanz für Praxis und Planung

Die Ergebnisse von ADAPT sollen eine wissenschaftliche Grundlage für den Umgang mit Wasserknappheit in Dürreperioden schaffen. Das betrifft zum einen die Frage, unter welchen Bedingungen gereinigtes Abwasser sicher genutzt werden kann. Zum anderen geht es um hydromorphologische und landwirtschaftliche Maßnahmen, die Wasser besser in der Landschaft halten und die Resilienz von Böden und Grundwasserleitern stärken.

Damit liefert das Projekt wichtige Impulse für eine klimaangepasste Wasserbewirtschaftung. Es richtet sich an die Forschung ebenso wie an Fachpraxis, Verwaltung und Politik. ADAPT zeigt, dass nachhaltige Wassernutzung künftig stärker als Zusammenspiel von Wasserverfügbarkeit, Wasserqualität und natürlicher Filterleistung gedacht werden muss.

Projektpartner:

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